Welche Wetterstationen nutzt Sichtflug?
Öffne die Karte in Sichtflug und zoome auf dein Fluggebiet. Die blauen Kreise mit Windpfeilen sind Wetterstationen. Tippe auf eine, um die aktuellen Messwerte zu sehen. Öffne ein Fluggebiet, und der Abschnitt Live Wind zeigt dir automatisch alle verknüpften Stationen mit Echtzeit-Daten. Dieser Ratgeber erklärt, woher die Daten kommen und wie du sie liest.
Wie zeigt Sichtflug Stationsdaten an?
Stationsdaten tauchen an drei Stellen auf:
- Karte: Jede Station ist ein Kreis mit Windpfeil und Geschwindigkeit. Die Farbe signalisiert die Windstärke (grün = ruhig, orange = böig, rot = stark). Tippe auf eine Station, um die Detail-Ansicht zu öffnen.
- Live-Wind-Panel: Im Spotdetail siehst du alle verknüpften Stationen als Karten mit Windgeschwindigkeit, Böen, Richtung (als Pfeil und Kompassbuchstabe) und Temperatur. Unter jeder Karte steht die Entfernung zum Startplatz und die Höhe der Station.
- Windhistorie: Tippe auf eine Stationskarte, um die letzten Stunden als Zeitreihe zu sehen — Windstärke als Fläche, Böen als Spitzen, Richtungspfeile oben. So erkennst du Trends: Nimmt der Wind zu? Dreht er? Werden die Böen stärker?
Bei jeder Messung zeigt Sichtflug das Alter an — „vor 3 Min." oder „vor 42 Min.". Ist eine Messung älter als 60 Minuten, erscheint eine Warnung: Die Station ist möglicherweise ausgefallen.
Welche Stationen sind integriert?
Sichtflug aggregiert Messdaten aus über 30.000 Wetterstationen in ganz Europa. Drei Kategorien sind abgedeckt:
- Nationale Wetterdienste — das staatliche Stationsnetz jedes Landes, typisch 10-Minuten-Intervalle, kalibrierte Profi-Sensorik, oft an Gipfel- und Passstationen.
- Regionale Netze — ergänzende öffentliche Netze der Regionen und Provinzen, besonders dicht in den Alpen und Voralpen. Schließen Lücken zwischen den nationalen Stationen.
- Startplatz-Stationen — private Sensoren direkt an Startplätzen und Webcam-Standorten. Oft die relevantesten Messungen für Gleitschirmpiloten, weil sie an der tatsächlichen Startstelle stehen und nicht kilometerweit entfernt in einem Talgrund.
Nicht jede Station misst Wind — manche nur Temperatur oder Niederschlag. Sichtflug zeigt in der Nähe von Fluggebieten nur Stationen mit Windmessung an.
Was bedeuten die Messwerte?
- Windgeschwindigkeit (km/h): Der 10-Minuten-Mittelwert. Zeigt die durchschnittliche Windstärke, nicht die Spitzen.
- Böen (km/h): Die maximale Windspitze im Messintervall. Wenn die Böe doppelt so hoch ist wie der Mittelwind, ist die Luft sehr turbulent.
- Windrichtung: Als Pfeil und Kompass (z. B. „SW 235°"). Vergleiche sie mit der Startrichtung — Sichtflug zeigt dir die Ausrichtung jedes Starts im Abschnitt „Startplätze".
- Temperatur (°C): Hilft bei der Einschätzung von Thermikpotenzial. Große Differenz zwischen Tal- und Bergstation → starke Thermik wahrscheinlich.
Warum sind mehrere Stationen besser als eine?
Wind in den Bergen ist lokal extrem unterschiedlich. Eine Talstation kann 5 km/h messen, während 500 Meter höher am Grat 30 km/h wehen. Sichtflug zeigt dir darum immer alle Stationen in der Umgebung eines Fluggebiets — mit ihrer jeweiligen Höhe und Entfernung zum Start.
Besonders wertvoll: eine Talstation für den Landeplatz und eine Bergstation nahe dem Start. Stimmen beide überein, kannst du den Daten vertrauen. Zeigen sie widersprüchliche Werte, ist Vorsicht geboten — dann schau in die Windhistorie, ob ein Trend erkennbar ist.
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Stand: April 2026